Ein Mann, seine Musik und sein Bentley

Dr. James Sims ist ein musikalisches Multitalent– und großer Oldtimer-Fan. In Xello verrät er, wie es ihn von Chicago nach Jesteburg verschlagen hat und warum sein Herz für „Mark VI” schlägt. Wer Dr. James Sims begegnet, trifft auf eine geballte Ladung Lebensfreude. Die hängt vielleicht damit zusammen, dass der Amerikaner im „Sunshine State“ Florida geboren wurde. Aber einen großen Teil davon hat er ganz sicher auch der Musik zu verdanken, die sich wie ein roter Faden durch seine Lebensgeschichte zieht. Bereits mit zehn Jahren spielte der Sohn eines Pastors Geige und war sich sicher, dass er die Musik später einmal zu seinem Beruf machen würde. Einige Jahre später gehörten auch die Instrumente Klavier und Trompete zu seinem Repertoire – und eine abgeschlossene Gesangsausbildung in Chicago. 1970 fehlte ihm nur noch die Doktorarbeit. Er fand jedoch keinen Job als Sänger, der ihm gefallen hätte. Stattdessen wurde er Dirigent. Zehn Jahre lang. Weil er Geige spielen konnte. „Es wurde jemand gesucht, der nicht nur dirigieren, sondern auch mit den Streichern umgehen konnte”, erklärt uns Sims und fügt lachend hinzu: „Es war völlig egal, dass ich ausgebildeter Sänger war.” Von Chicago nach Jesteburg 1979 hatte Sims dann auch seinen Doktor in „Gesang” in der Tasche und stand erneut an einer Weggabelung. Sein Professor riet ihm: „Du musst nach Europa! An die großen Opernhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.” Und obwohl er kein Wort Deutsch konnte, wagte sich Sims über den großen Teich. Mit dem Ziel, als erfolgreicher Sänger zu arbeiten.


Das Resultat? Er hat es geschafft. Spricht mittlerweile fließend Deutsch mit charmantem Akzent, gastierte an Opernhäusern in Graz, Klagenfurt oder Coburg, sang auf unzähligen Konzerten und arbeitete 27 Jahre lang in Hamburg als Tenor beim NDR. Während dieser Zeit gründete er auch das Männerquartett Sims Harmonists“, mit dem er sieben Jahre lang auftrat. Und wie verschlug es ihn nun nach Jesteburg, wo er seit inzwischen 23 Jahren lebt? Wieder so ein glücklicher Zufall: Freunde haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Jesteburger Gesangsverein einen neuen Chorleiter sucht”, erzählt Sims. Das war 1984. Und ehe ich mich versah, habe ich vier Chöre pro Woche gleichzeitig geleitet. 23 Jahre lang, bis 2007.” Faszination Bentley Seit fünf Jahren ist der Wahl-Jesteburger jetzt in Pension. Doch wer rastet, der rostet. Und das gilt definitiv nicht für James Sims. Wenn er nicht gerade den Frauenchor Dibbersen leitet, ist er mit großer Wahrscheinlichkeit in seinem Bentley Mark VI” unterwegs durch die Region. Ein echter Hingucker, Baujahr 1951 mit 120 PS, der früher mal im Besitz eines englischen Lords und Diplomaten war. Der hat den Wagen mit nach Thailand gekommen und über verschiedene Umwege kam er dann zurück nach Deutschland. Zu James Sims, für den dieser Bentley weit mehr als nur ein Hobby ist. Diesen Wagen zu fahren ist eine große Freude. Man kommt automatisch mit anderen Oldtimer-Fans und -Besitzern in Kontakt”, schwärmt er und fügt augenzwinkernd hinzu Außerdem ist er sehr gemütlich. Ich muss mich darin nicht anschnallen.” Übrigens erwähnt Sims so ganz nebenbei, dass ihn die Bentley-Faszination schon 1967 gepackt hat, als er in New York mal auf einem Event die Familie Rockefeller kennen gelernt hat und die fuhren alle so einen Wagen. Bitte recht freundlich! 65.000 Meilen hat Sims’ Bentley inzwischen runter. Und wöchentlich kommen neue hinzu. Am liebsten fährt der Oldtimer-Fan mit seiner Frau Regine Adam-Sims nach Lüneburg, wo der Mark VI” dann regelmäßig zum Objekt der Begierde vieler Hobbyfotografen wird. Überhaupt ist der Bentley ein gern fotografiertes Motiv. Das hat auch eine Bekannte von James Sims am eigenen Leib erfahren, als sie im Auto hinten links saß und auf der Autobahn immer wieder fotografiert wurde. Sie hat es dann mit Humor genommen und lächelnd Queen-like” winkend für die Fotografen posiert. Eins steht fest: Wenn man mit James Sims unterwegs ist, kommt garantiert keine Langeweile auf. Und wir wissen nach diesem kurzweiligen Interview: Das liegt nicht nur an seinem Bentley.